Archiv für den Monat September 2013

Endlich verlässliche Daten zum Essverhalten

In der Schweiz haben wir eigentlich keine Ahnung, was und wie viel davon die Menschen täglich essen. Na gut, wir können es schätzen anhand der produzierten, importierten und eingekauften Mengen. Dass dies aber relativ wenig über den effektiven Verzehr aussagt, liegt auf der Hand. So wandern zum Beispiel 19% der Früchte und Gemüse zu Hause in den Abfall.

Dieses Tappen im Dunkeln soll nun ein Ende haben, denn zwischen Januar 2014 und Februar 2015 findet die erste je durchgeführte nationale Studie zu den Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten der Schweizer Bevölkerung (menuCH) statt. Ja, Sie vermuten richtig; die Schweiz gehört wieder mal zu den Letzten. Mit den Resultaten sollen unter anderem Ernährungsempfehlungen überprüft und Präventionsmassnahmen besser koordiniert werden können. Ich bin schon jetzt gespannt auf die Resultate und werde selbstverständlich an dieser Stelle darüber berichten.

Natürlich stösst die Studie auch auf Kritik, namentlich wegen den Kosten von rund zwei Millionen Franken. Kritiker monieren auch, der Staat wolle einmal mehr seine Bürger bevormunden. Diese Kritik ist nicht von der Hand zu weisen, doch letztendlich geht es darum, die Gesundheit der Gesamtbevölkerung zu verbessern. Davon werden das Gesundheitssystem und die Sozialwerke profitieren.

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Das Ende des Salzstreuers?

Salzstreuer

Vielleicht geht es Ihnen auch so: Fassungslos muss ich zuschauen, wie Gäste im Restaurant automatisch zum Salzstreuer greifen, kaum hat der Kellner ihnen den Rücken zugedreht. Ohne zu kosten wird das Gericht mit einer tollen Ladung Natriumchlorid zugedeckt. Den Speisen, ihrem Eigengeschmack und auch den Künsten des Kochs wird keine Chance gegeben.

Mittlerweile haben viele Chefköche aus den USA reagiert und stellen den Salzstreuer gar nicht mehr auf den Tisch. Die Debatte darüber verläuft hitzig. Ob sich dieser Trend auch hierzulande etablieren kann? Wohl kaum, obwohl eine Reduktion des Salzkonsums manch einem gut täte. Denn eine Studie im Auftrag des BAG hat 2010/2011 untersucht, wieviel Salz in der Schweiz konsumiert wird. Und die Resultate sind deutlich: Die internationale Empfehlung, maximal 5 Gramm Salz pro 24-Stunden zu sich zu nehmen, erfüllen in dieser Studie gerade mal 22 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer. Die American Heart Association empfiehlt sogar einen Natriumverbrauch von nicht mehr als 1500 Milligramm täglich.

Die Probleme eines übermässigen Salzkonsums sind hinlänglich bekannt. Pro Jahr sterben daran 2.3 Millionen Menschen und rund 15 Prozent aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind darauf zurückzuführen (Link). Besonders Männer sind betroffen. Der Salzstreuer auf dem Tisch ist aber nur die Spitze des Einberges, damit lässt sich nicht viel ausrichten. Schon bessere Resultate könnte man mit einer salzarmen Zubereitung erreichen. Hier bietet sich besonders die Verwendung eines Multigarsystems an, worauf ich an dieser Stelle schon mehrmals hingewiesen habe (Link).

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Gefahr liegt in der Luft

Bei meinen Vorträgen oder im persönlichen Gespräch über Nahrungsergänzungen merke ich oft, dass einem Risikofaktor heutzutage fast keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt wird. Dabei ist es jener, dem wir uns kaum entziehen können, nämlich die Luftverschmutzung durch Feinstaub. Klar, die Konzentrationen haben sich in den letzten Jahren verringert und verglichen mit Peking oder Mexiko Stadt atmen wir komfortabel. Doch auch in unseren Breitengraden ist die Gefahr sehr real, wie eine aktuelle Studie aufgezeigt hat.

Die im Fachmagazin „Lancet Oncology“ publizierten Ergebnisse der European Study of Cohorts for Air Pollution Effects sprechen eine deutliche Sprache. Die Forscher haben nämlich aufgezeigt, dass auch Konzentrationen unterhalb des EU-Schwellenwerts das Lungenkrebsrisiko stark ansteigen lassen. Diese Schwellenwerte bieten also eine trügerische Sicherheit. Die Studie umfasste 300’000 Personen und nutzte sehr genaue Messtechniken.

Der aktuelle Stand der Forschung bringt die Feinstaubbelastung neben Lungenkrebs mit folgenden Erkrankungen in Verbindung:

  • Atemwegsprobleme wie Husten, Atemnot, Bronchitis und Asthmaanfälle
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Schlaganfälle
  • Diabetes
  • Schädigungen des Nervensystems
  • Verzögertes Wachstum des Fötus im Mutterleib, vermehrte Frühgeburten sowie ein vermindertes Geburtsgewicht beim Neugeborenen.

Feinstaub entsteht unter anderem in der Industrie, im Strassenverkehr, in Elektrizitätswerken, in der Landwirtschaft oder ganz allgemein im Privathaushalt.

Darum fordern Epidemiologen neue Anstrengungen, um die Feinstaubbelastung weiter zu senken. In der Zwischenzeit können wir mit dem Konsum von möglichst viel Früchten und Gemüse unseren Mikronährstoffspeicher füllen. Für all jene, die ihre „5 am Tag“ eben nicht täglich schaffen, sind hochwertige, natürliche Supplemente zu empfehlen. Denn Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe sind mitverantwortlich für die Ausscheidung von Giftstoffen aus unserem Körper.

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Ganze Früchte besser als Säfte

Wieder eine Studie, welche die positiven Wirkungen des Früchtekonsums unterstreicht. So hat eine letzte Woche im British Medical Journal publizierte Untersuchung nachgewiesen, dass der Konsum bestimmter Früchte das Diabetes-2-Risiko teilweise erheblich senken kann. Besonders Heidelbeeren: Drei Portionen pro Woche mindern das Risiko um ganze 26 Prozent. Aber auch Trauben und Äpfel wirken in dieser Hinsicht besonders gesundheitsfördernd.

Die Forscher vermuten, dass die in diesen Früchten enthaltenen Anthocyane für die Wirkung verantwortlich sein könnten. Das sind sekundären Pflanzenstoffe, sogenannte Vitamine des 21. Jahrhunderts, und gehören zu den Flavonoiden. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass diese Substanzen den Blutzuckerspiegel senken. Zudem erinnern wir uns an die Studie vom Mai, welche besagt, dass Beeren auch das Risiko von Herzinfarkten senken.

Keinen schützenden Effekt hatte hingegen das regelmässige Trinken von Fruchtsäften. Warum das so ist, wird in einem Artikel der BBC von einem Harvard-Forscher erklärt. Im Herstellungsprozess der Säfte werden sämtliche nicht-flüssigen Pflanzenbestandteile entfernt, so dass am Schluss ein Getränk mit hohem Fruchtzuckergehalt übrigbleibt. Dies erhöht den Blutzuckerspiegel und das Insulinlevel. Selbstverständlich sind verdünnte Fruchtsäfte aber immer noch eine hervorragende Ergänzung zu reinem Wasser.

Zusammenfassend können wir also ein weiteres Mal die gesundheitsfördernde Wirkung von Beeren unterstreichen. Wichtig ist jedoch, dass die Früchte möglichst naturbelassen sind – das gilt sowohl für Säfte als auch für Nahrungsergänzungen.

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