Weniger Reparatur, mehr Prävention

Die Meldung ist eigentlich fundamental und sehr besorgniserregend. Trotzdem wird sie kaum wahrgenommen, weil sie doch immer nur das Gleiche wiederholt: Die Kosten in unserem Gesundheitssystem steigen unaufhörlich. So auch letztes Jahr wieder, diesmal allerdings so stark wie noch nie, nämlich 6.7 Prozent. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies fast unglaubliche 3500 Franken Kosten aus der Grundversicherung – pro Person!

Es ist davon auszugehen, dass diese Entwicklung wieder Prämienerhöhungen nach sich ziehen wird. Dies obwohl das Schweizer Gesundheitssystem gemäss einer Studie der OECD und der WHO von 2011 schon zu den teuersten gehört. Klar, die Leistungen sind ebenfalls überdurchschnittlich. Aber trotzdem, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht.

Diese Tatsachen und Entwicklungen sollten die Politik eigentlich dazu veranlassen, ohne Scheuklappen über einen Systemwechsel nachzudenken. Weg von der Reparatur, hin zur Prävention! Besonders die chronischen und damit teuren Gesundheitsfälle könnten oftmals verhindert werden.

Doch Ärzte werden nicht für Prävention bezahlt und können sich daher nicht genügend Zeit nehmen für den einzelnen Patienten. Kommt hinzu, dass immer noch zu viele Patienten nur an einer schnellen Tabletten-Lösung interessiert sind, denn eine Umstellung der Lebensgewohnheiten braucht einen stärkeren Weckruf.

Auch die OECD und WHO empfehlen der Schweiz, das System stärker auf Grundversorgung und Vorsorge auszurichten. Zurzeit (2011) gehen nur 2,3 Prozent aller Ausgaben im Gesundheitssektor in Vorbeugung und Gesundheitskampagnen.

Zur Erinnerung: Die fünf Säulen der Gesundheit sind Flüssigkeitszufuhr, Erholung, ausgewogene Ernährung, positive Lebenseinstellung und ausreichend Bewegung.

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Ein Gedanke zu „Weniger Reparatur, mehr Prävention

  1. Maximilian sagt:

    Ich bin zwar keine Schweizerin, aber im österreichischen Gesundheitssystem sieht es nicht anders aus. Anstatt Krankheiten vorzubeugen beziehungsweise sie ursächlich zu behandeln (und nicht nur die daraus resultierenden Symptome), werden Unmengen an Psychopharmaka verschrieben und Krankenhausaufenthalte verordnet. Das Problem wird nicht an seiner Wurzel behandelt, somit verschwindet es auch niemals vollkommen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass das alles eine große Geldmacherei der Pharmaindustrie ist. Die Beschwerden der Patienten werden ausgenutzt, um möglichst große Gewinne zu erzielen – eine Heilung ist im Grunde genommen gar nicht das Ziel der Behandlung. Das staatliche Gesundheitssystem kann so leicht missbraucht werden – vor allem durch die mangelhafte Transparenz sowie das niedrige Kostenbewusstsein von Ärzten und Patienten.

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