Archiv für den Monat Mai 2014

WHO: Ungesundes Essen ist schlimmer als Rauchen

Bild de schutter WHO

Starke Aussagen an der WHO-Konferenz von letzter Woche. Die Generalsekretärin Margaret Chan kritisierte, dass immer noch Fertignahrung und Getränke mit zu hohem Zuckergehalt allgegenwärtig, bequem und billig seien. Insbesondere die Zunahme von Fettsucht bei Kindern nannte sie besorgniserregend. Und der UNO-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter (Bild), fügte an, eine ungesunde Ernährung sei heute ein grösseres Risiko für die Gesundheit als das Rauchen!

Diese Aussage hat selbstredend viele Leute aufgescheucht. Die WHO sagt zwar schon lange, dass die meisten Erkrankungen ernährungsbedingt seien, doch ein solch deutlicher Vergleich ist neu. Und lenkt die Diskussion sogleich zum Thema Prävention. Diese gestaltet sich für eine ausgewogene Ernährung natürlich ungleich schwieriger als in der simplen Welt von Rauchen oder Nichtrauchen. So können die Präventionskampagnen gegen Übergewicht auch kontraproduktive Wirkungen haben.

Anstatt einfach jede Art von Übergewicht zu verteufeln, sollte man also die Bevölkerung über einfache Zusammenhänge einer gesunden Ernährung und eines gesunden Lebensstils informieren. Denn schlank ist nicht automatisch gesund. Gesundheit baut mindestens auf die folgenden Säulen:

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (und zwar Wasser oder verdünnte Fruchtsäfte)
  • Regelmässige Bewegung
  • Genug Schlaf und Erholung
  • Vermeidung von Risiken (z.B. Rauchen, Trinken)
  • Ausgewogene Ernährung
  • Positive Lebenseinstellung, z.B. ein intaktes Sozialleben

Hier noch eine lustige Meldung des Tages, wenn wir schon von zuckerhaltigen und bequem zu konsumierenden Getränken sprechen: Gemäss der NZZ am Sonntag tüftelt u.a. Coca Cola an einer Kapsellösung, wie sie Nespresso seit Jahren höchst erfolgreich betreibt. Schon bald könnte neben der Nespresso-Maschine in vielen Haushalten also noch eine Coca Cola-Maschine stehen. Das wird dann wohl doch nix mit der besseren Gesundheit…

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Self-Tracking: Fit mit Technik

fit-bit

Schon mal darüber nachgedacht, wichtige Vitalwerte Ihres Körpers öfter zu messen als bei der jährlichen Routinekontrolle? Wenn möglich sogar täglich? Neue Technik und Software machen es heute möglich, Ihren Körper genauer kennen zu lernen. Sie können beispielsweise Schlafverhalten, Blutdruck, Herzfrequenz, Essverhalten, Kalorienverbrauch oder Schritte messen. Messung, Speicherung und Auswertung erfolgen durch Apps, Smartphones oder speziellen Geräten wie dem fitbit (s. Bild).

Self-Tracking“ nennt sich das. Die Geräte liefern die schonungslos ehrliche Wahrheit über den eigenen Lebensstil und dessen möglichen Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Selbstverständlich ersetzen die Geräte keine ärztliche Untersuchung und Diagnose, wie Kritiker der Geräte nicht müde werden zu betonen.

Und Kritik gibt es einige. Kürzlich erschien ein Beitrag in 20Minuten und provozierte prompt über einhundert Kommentare. Die meisten davon ablehnend, zuweilen gar aggressiv. Hallo? Was bitte spricht denn dagegen, seinen Körper besser kennen zu lernen und dadurch den Gesundheitszustand zu optimieren? In unserer kopflastigen Gesellschaft ist das wahrlich keine dumme Idee.

Der Beobachter bietet eine hilfreiche Übersicht über die verschiedenen Geräte auf dem Markt.

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Zuerst essen, dann streiten

Meine Frau und ich wussten das eigentlich schon, bevor nun eine Studie den Nachweis erbracht hat. Langjährige Erfahrung hat uns zu dieser Erkenntnis geführt: Im hungrigen Zustand sollte man lieber die Klappe halten und ja keine wichtigen, kontroversen Themen ausdiskutieren wollen!

Denken Sie zurück an das letzte Mal, als Sie und Ihr Partner sich in die Haare geraten sind. Waren Sie da hungrig? Mit einem einleuchtenden, wenn auch etwas abenteurlichen Experiment haben die Forscher den Zusammenhang zwischen der Höhe des Blutzuckerspiegels und den Aggressionen unter Eheleuten untersucht. Nämlich mit Voodoo-Puppen.

Das Resultat war eindeutig – je hungriger die Eheleute, desto aggressiver das Verhalten gegenüber dem Partner. Die Forscher erklären den Zusammenhang mit einer verminderten Selbstkontrolle durch einen sinkenden Blutzuckerspiegel. Glukose sei eine Art Treibstoff für das Gehirn und für die Selbstkontrolle erforderlich.

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