Archiv der Kategorie: Psychologie

Survival Guide für entspannte Weihnachten

Frohe Weihnachten!

Frohe Weihnachten!

Es ist Weihnachtszeit. Genau, das ist jene besinnliche Zeit mit 35 Terminen die Woche, der Geschenkeliste in Leporello-Länge und einer Innenstadt voller Menschen mit dem gewissen Glitzern in den Augen…

Bei vielen gesellt sich zu diesem nervenaufreibenden Rhythmus auch noch eine weitere Sorge: Das grosse Fressen. Man nimmt sich fest vor, dieses Jahr alles anders zu machen und einige Gläser, Tortenstücke, Guetzli auszulassen.

Meine Leser wissen, dass ich zwar bewusst lebe und auch versuche, faktenbasierte Grundsätze weiterzugeben. Doch sie wissen auch, dass ich nicht zu den fanatischen Bloggern gehöre.

Darum ist mein Leitspruch für die kommende Zeit „Relax“. Es muss nicht alles perfekt sein.

Ich werde mir Entspannung zum Ziel machen. Trotz zwei kleinen Jungs, einer Reise nach Stockholm und multiplen Familienbesuchen. Denn Weihnachten soll eine entspannte Zeit mit Freunden und Familie sein. Das klingt zwar reichlich abgedroschen, aber wahr ist es doch. Kommt hinzu: Soziale Beziehungen sind gesund.

Damit es klappt, brauche ich aber schon ein paar Regeln. Hier also mein Survival Guide für eine genuss- und gleichzeitig massvolle Festzeit:

  • Eine gehörige Portion Bescheidenheit und Dankbarkeit. Für unsere Situation in der privilegierten westlichen Welt beispielsweise.
  • Alle Geschenke kaufe ich diese oder nächste Woche. Garantiert. Ich warte nicht wieder bis zum 24. Dezember. Eine tolle Idee ist übrigens https://www.hilfe-schenken.ch/ und das geht erst noch bequem online.
  • Und nun zum grossen Fressen:
    • Alkohol nicht verteufeln, sondern in Massen konsumieren: 1-2 Gläser pro Tag sind ein Genuss und viele Studien zeigen in dieser Menge sogar gesundheitsfördernde Effekte. (Tipp: Ein Mass kommt zwar im Glas, ist aber keins…)
    • Ich darf essen, was ich will. Aber ich höre auf meinen Körper – wenn genug ist, ist genug.
    • Für jedes Stück rotes Fleisch gönne ich mir eine Portion Gemüse. Denn darüber sind sich alle Experten einig: Mehr Gemüse.
    • Bewegung an der frischen Luft. Problematisch ist ja nicht nur das Essen, sondern auch das ständige Sitzen. Ich gehe mit den Kids raus, spaziere mit der Schwiegermutter oder inspiziere das Grundstück mit dem Schwiegervater. Mindestens 30 Minuten täglich.

Mit diesen Regeln will ich mir Entspannung gönnen – und meinen Kopf vom (vorsorglichen) schlechten Gewissen befreien. Ich hoffe, Sie können das auch.

Frohe Weihnachten!

 

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Gute Freunde und positives Denken bringen Gesundheit

Psychologische Faktoren spielen eine grosse Rolle für unsere Gesundheit, wie man seit einigen Jahren und zahlreichen Studien weiss. Darum ist die positive Lebenseinstellung auch eine Säule der Gesundheit.

Wir nähern uns der Zeit, die man mit Freunden verbringt und im Rahmen derer man Vorsätze fürs neue Jahr formuliert. Deshalb wollen wir einige Wege beleuchten, wie wir uns neben Bewegung, Schlaf und Ernährung zusätzlich Gutes tun können. Hier drei Leckerbissen:

  1. Gute Freunde sind gesund. Einen Beitrag mit diesem Titel habe ich vor bald zwei Jahren geschrieben. Seither hat sich die Forschung noch weiter verdichtet: Psychisch gesunde Freunde können nämlich auch dazu beitragen, dass jemand eine Depression überwindet oder gar nicht erst erkrankt, wie eine britische Studie zeigt. In der Untersuchung von 2000 Jugendlichen stellten die Forscher fest, dass psychisch gesunde Freunde zu haben, die Wahrscheinlichkeit halbierte, an einer Depression zu erkranken.
  2. Haben Sie sich schon mal ertappt, wenn sie nach dem Training beim Essen übermässig zuschlugen? Sie können aufatmen. Sie sind nicht besonders undispzipliniert, sondern folgen bloss einem psychologisch erklärbaren Muster: dem Moral Licensing. Frei übersetzt die Lizenz, sich daneben benehmen zu dürfen. Man belohnt sich übermässig dafür, Gutes getan zu haben. Wissenschafter führen zum Beispiel auch die Tatsache, dass Menschen nach dem Kauf von Bio-Produkten häufiger betrügen,  auf Moral Licensing zurück. Wer sich anständig verhält, der erlaubt sich, bei nächstbester Gelegenheit umso mehr über die Stränge zu hauen.
  3. Ein Mantra unserer Leistungsgesellschaft ist, dass glücklich wird, wer erfolgreich ist. Wir arbeiten viel und erwarten von der nächsten Beförderung einen Schub an Glückshormonen. Doch wahrscheinlich ist die Wahrheit genau umgekehrt: Glücklich sein macht erfolgreich. Forscher haben folgendes herausgefunden: Wer drei Wochen lang jeden Tag drei positive Erlebnisse aufschreibt, verändert damit messbar die physische Struktur seines Gehirns. Das mit dem positiven Denken ist also doch kein Blödsinn. Das bedeutet, wir können durch tägliches Training unser Gehirn zum Besseren verändern – und damit die Grundlagen für Erfolg schaffen. So wie mit den Muskeln im Fitness Center. Schauen Sie sich dieses Video mit Shawn Achor an.

In diesem Sinne also ein Vorschlag für die 3 gute Vorsätze: Umgeben Sie sich mit guten Freunden, seien Sie sich des Moral Licensings bewusst und schreiben Sie sich Positives auf.

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Snacks zwischendurch: Kampf dem Zucker

Wir alle haben einen persönlichen Feind. Manche nennen es auch „Laster“ oder „Schwäche“. Wir wissen, dass es ungesund ist und trotzdem können wir kaum davon lassen. Die einen rauchen, die anderen trinken übermässig, nicht wenige verputzen ganze Chips-Packungen oder sind Bewegungsmuffel. Kennen Sie das? Ich möchte diese Gewohnheiten nicht verniedlichen und nenne sie darum beim Namen: „Feind“. Denn meinem Feind, meiner Nemesis habe ich den Kampf angesagt, nämlich dem Zucker!

Im Englischen würde man sagen „I have a sweet tooth“ – ich nasche gerne. Das heisst, ich müsste wohl eher sagen, ich naschte gerne. Kaum eine Gelegenheit habe ich ausgelassen, etwas Schokolade hier oder ein Stück Kuchen dort zu erwischen. Ich bin schlank und dachte daher, ich könnte es wegstecken. Zudem achte ich ja sonst auf meine Ernährung und meinen Lebensstil. Ein kleines Laster muss jeder haben, hab ich mir jeweils gesagt. Doch damit ist Schluss. Warum genau kann ich nicht mal sagen, irgendwoher kam ein letzter Tropfen ins berühmte übervolle Fass.

Zucker ist eine Epidemie, er ist überall. Seine Effekte sind so verheerend, dass die WHO ihre Empfehlung kürzlich drastisch auf noch sechs Teelöffel pro Tag gesenkt hat. Seit Anfang Februar habe ich mein Verhalten daher (für meine Verhältnisse) radikal umgestellt. Und siehe da – es geht viel besser, als ich befürchtet hatte.

Jetzt ist es nicht so, dass ich eine Nulltoleranz gegen Zucker einhalte. Nein, aber ich lasse schlicht die unnötigen Gelegenheiten weg. Mein Geheimnis? Substitution. Die süssen Kleinigkeiten ersetze ich mit Früchten, Beeren, Nüssen, Hüttenkäse oder getrockneten Feigen. Zudem trinke ich noch mehr Wasser, was die Lust nach süssen Knabbereien zusätzlich dämpft.

Wer es mir gleich tun will, findet hier weitere Infos zu einem Leben ohne Zucker und Tipps gegen Heisshunger. Viel Erfolg!

 

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8km spazieren für ein Fläschchen Cola

Schon lange beobachten Gesundheitsexperten den Konsum von Soft Drinks mit Besorgnis und fordern eine Reduktion. Sogar Verbote sind im Gespräch. Seit einigen Jahren müssen immerhin die Kalorien auf den Verpackungen angegeben werden. Doch kaum jemand weiss etwas damit anzufangen.

Vielleicht ändert sich das bald. Eine im American Journal of Public Health publizierte Studie beschreibt nämlich einen erfolgreichen, innovativen Ansatz, um die Inhaltsangaben verständlicher zu machen.

Forscher der Universität John Hopkins haben Hinweise angebracht, welche die Kalorienzahl in Relation stellen zu den sportlichen Aktivitäten, die notwendig sind, um die Energie wieder zu verbrennen. Eine Flasche Soft Drink mit 250 Kalorien erfordert entweder einen Spaziergang über 8 Kilometer oder 50 Minuten Joggen! Die Hinweise haben ihre Wirkung nicht verfehlt: In einem mehrmonatigen Versuch in einigen Lebensmittelgeschäften konnten die Forscher eine langfristige Beeinflussung des Konsumverhaltens von Teenagern nachweisen. Sie haben deutlich öfter zu Wasser gegriffen.

Und in der Schweiz? In einer online Umfrage auf 20 Minuten mit über 16’000 Teilnehmenden gibt eine klare Mehrheit von 79% an, solche Hinweise würden ihnen helfen. Nur 17% wäre es egal (Umfrage Stand 21.10.).

Dieses Beispiel illustriert sehr schön, dass die Konsumenten keine Verbote brauchen, sondern schlicht mehr Information.

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Gefährdet Facebook die Gesundheit?

Wer hat sich nicht schon über Inhalte auf den sozialen Medien aufgeregt, inbesondere auf Facebook oder in den Kommentarfeldern von online Zeitungen? Mir beispielsweise ist es am Tag vor meinen Sommerferien so ergangen. Zugegeben, es war mein Fehler, ich hätte die Kommentare ja nicht zu lesen brauchen. Da sitze ich also im Zug zum Flughafen und lese einen Schwall von ausländer- und wirtschaftsfeindlichen Kommentaren im Zusammenhang mit der unsäglichen Masseneinwanderungsinitiative, die hierzulande im Februar ja angenommen wurde. Die Kommentare waren derart plump, dass ich mich noch am Tag danach nicht beruhigen konnte.

Nun hat eine Studie meinen Verdacht bestätigt, der mir seither nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist: Inhalte auf sozialen Netzwerken (also Facebook, Twitter etc.) können negativen Einfluss auf unser Wohlbefinden haben. Forscher haben Daten von 50’000 Menschen aus 24’000 italienischen Haushalten ausgewertet und den Zusammenhang zwischen dem Konsum sozialer Medien und dem Wohlbefinden untersucht. Keine andere Studie zu diesem Thema hatte bisher einen solch grossen Datensatz.

Es hat sich gezeigt, dass Hass-Kommentare, Diskriminierungen und sonstige Ausfälligkeiten auf Facebook und Co. das Vertrauen in Menschen herabsetzt – und damit das eigene Wohlbefinden negativ beeinflusst. Soziale Netzwerke können den echten zwischenmenschlichen Kontakt also nicht nur nicht ersetzen – sie machen ihn sogar notwendiger denn je.

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Unser Essen: zu salzig, zu süss, zu fett

Eine Studie der Universität Hohenheim über 12 Länder hat einmal mehr gezeigt, dass wir zu viele Geschmacksstoffe zu uns nehmen. Prof. Vetter, der Leiter der Studie: „Heutzutage ist in fast allen Nahrungsmitteln Salz, Zucker oder Fett enthalten“. Salz, Zucker und Fett sind zwar natürliche Geschmacksverstärker, doch gelangen sie heute viel zu häufig und meist versteckt auf unseren Speiseplan. So etwa bei Joghurts, die oftmals viel Zucker enthalten.

Doch die Situation ist nicht so einfach, als dass man nur mit dem Finger auf die bösen Nahrungsmittelhersteller zeigen könnte. Denn eine Versuchsreihe von Agroscope aus dem Jahr 2010 hat gezeigt, dass Konsumenten den Zuckergehalt in Jogurts zwar als zu hoch empfinden, in einem Test dann aber doch dem Jogurt mit dem meisten Zucker den Vorzug geben.

Um dieses Dilemma zu beheben, möchten Wissenschafter den Gehalt an Geschmacksstoffen Schritt für Schritt senken – ohne dass die Konsumenten Verdacht schöpfen. Seit 2010 läuft der Versuch in der Schweiz. Unter der Leitung des Bundesamts für Gesundheit und in Zusammenarbeit mit sechs Nahrungsmittelherstellern werden Anpassungen vorgenommen.

Wir werden sehen. Was wir aber heute schon tun können: Unsere Mahlzeiten selber zubereiten, damit man den Zucker-, Salz- und Fettgehalt im Griff hat. Am besten gleich mit einem Multigarsysstem, das mehr Nährstoffe und damit Geschmack in den Speisen beläst. So brauchen wir ganz automatisch weniger Salz.

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Self-Tracking: Fit mit Technik

fit-bit

Schon mal darüber nachgedacht, wichtige Vitalwerte Ihres Körpers öfter zu messen als bei der jährlichen Routinekontrolle? Wenn möglich sogar täglich? Neue Technik und Software machen es heute möglich, Ihren Körper genauer kennen zu lernen. Sie können beispielsweise Schlafverhalten, Blutdruck, Herzfrequenz, Essverhalten, Kalorienverbrauch oder Schritte messen. Messung, Speicherung und Auswertung erfolgen durch Apps, Smartphones oder speziellen Geräten wie dem fitbit (s. Bild).

Self-Tracking“ nennt sich das. Die Geräte liefern die schonungslos ehrliche Wahrheit über den eigenen Lebensstil und dessen möglichen Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Selbstverständlich ersetzen die Geräte keine ärztliche Untersuchung und Diagnose, wie Kritiker der Geräte nicht müde werden zu betonen.

Und Kritik gibt es einige. Kürzlich erschien ein Beitrag in 20Minuten und provozierte prompt über einhundert Kommentare. Die meisten davon ablehnend, zuweilen gar aggressiv. Hallo? Was bitte spricht denn dagegen, seinen Körper besser kennen zu lernen und dadurch den Gesundheitszustand zu optimieren? In unserer kopflastigen Gesellschaft ist das wahrlich keine dumme Idee.

Der Beobachter bietet eine hilfreiche Übersicht über die verschiedenen Geräte auf dem Markt.

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Zuerst essen, dann streiten

Meine Frau und ich wussten das eigentlich schon, bevor nun eine Studie den Nachweis erbracht hat. Langjährige Erfahrung hat uns zu dieser Erkenntnis geführt: Im hungrigen Zustand sollte man lieber die Klappe halten und ja keine wichtigen, kontroversen Themen ausdiskutieren wollen!

Denken Sie zurück an das letzte Mal, als Sie und Ihr Partner sich in die Haare geraten sind. Waren Sie da hungrig? Mit einem einleuchtenden, wenn auch etwas abenteurlichen Experiment haben die Forscher den Zusammenhang zwischen der Höhe des Blutzuckerspiegels und den Aggressionen unter Eheleuten untersucht. Nämlich mit Voodoo-Puppen.

Das Resultat war eindeutig – je hungriger die Eheleute, desto aggressiver das Verhalten gegenüber dem Partner. Die Forscher erklären den Zusammenhang mit einer verminderten Selbstkontrolle durch einen sinkenden Blutzuckerspiegel. Glukose sei eine Art Treibstoff für das Gehirn und für die Selbstkontrolle erforderlich.

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Warum eigentlich Früchte und Gemüse?

Collection of fresh fruits and vegetables

Die Empfehlung „5 am Tag“ kennen mittlerweile wohl die meisten und die regelmässigen Leser dieser Seite sowieso. Essen Sie mindestens für Portionen Früchte und Gemüse täglich! Die Kampagne „5 am Tag“ – in der Schweiz mitgetragen durch die Krebsliga – wurde in den 1990ern vom US-Krebsforschungsinstitut gestartet. Die Menge von fünf Portionen entspricht etwa 650-700g. Auch Beeren sollen Sie mit einbeziehen, denn die gehen gerne vergessen. Und essen Sie alle Farben, denn die Farben weisen auf die gesundheitsfördernde Wirkung hin.

Indes gibt es bereit Experten, welche eine Erhöhung dieser Empfehlung vorschlagen. So hat eine Studie gezeigt, dass ab 7 Portionen noch viel grössere Schutzeffekte eintreten. Mehr ist also mehr. Umso schlimmer, dass der grösste Teil der Bevölkerung weit entfernt von fünf Portionen ist, wie beispielsweise der 6. Schweizerische Ernährungsbericht gezeigt hat. Durchschnittlich kommen wir grade mal auf die Hälfte! Fachleute führen das auf verschiedene Gründe zurück, wie der Spiegel schreibt: „Vor allem fehlende Zeit, höhere Kosten sowie zum Teil auch mangelnde Motivation führen dazu, dass Menschen seltener zu Obst und Gemüse greifen, als empfohlen wird.“

Doch warum eigentlich sollen wir Früchte und Gemüse essen?

  • Klar, sie beliefern unseren Körper mit lebenswichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Sekundären Pflanzenstoffen. Letztere werden auch die Vitamine des 21. Jahrhunderts genannt.
  • Sie enthalten aber auch viele Ballaststoffe, welche eine wichtige Rolle spielen wie etwa: Regulierung der Verdauung, Dämpfung des Hungers, Ausgleich des Blutzucker- und Cholesterinspiegels sowie Vorbeugung von Darmkrebs, Diabetes und Arterienverkalkung.
  • Sie haben einen hohen Wasseranteil
  • Und nicht zuletzt hält der Konsum von Früchten und Gemüse uns davon ab, dümmere Kalorien in uns hineinzustopfen. Vorausgesetzt, wir respektieren unser Sättigungsgefühl!

Und wussten Sie, dass es deutlich mehr Gemüse als Früchte sein sollte? Denn Früchte enthalten oft viel Fruchtzucker, was den Blutzuckerspiegel kurzfristig in die Höhe treiben und/oder Fruktose-Malapsorption verursachen kann. Zudem liefert Gemüse meist mehr Ballaststoffe.

Doch: Nicht nur scheinen fünf Portionen für die meisten unerreichbar, dummerweise ist es auch noch einfacher, mehr Früchte in den Speiseplan zu integrieren als Gemüse. Was ist also zu tun?

  1. Logisch: Essen Sie mehr Früchte und Gemüse!
  2. Überlisten Sie sich, um mehr Variation in Ihren Speiseplan zu bringen. Etwa mit diesen Tipps.
  3. Für Berufstätige: Recherchieren Sie, wo es Mittagsangebote mit viel Gemüse gibt. Stark ist etwa Tibits.
  4. Stellen Sie sicher, dass Sie das Gemüse nicht kochen, sondern dünsten. Mit einem Multigarsystem.
  5. Ergänzen Sie Ihre Nahrung mit pflanzenbasierten Supplementen, beispielsweise von Nutrilite.

Übrigens: ExtraPortion Natur kann auf Facebook geliked und auf Twitter gefolgt werden. 

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Ballast ja – aber bitte nur zum Essen

Grünes Homeoffice

Gesundheit hängt nicht nur von Essen, Bewegung oder Entspannung ab. Auch die Psyche hat grosse Auswirkungen auf unser körperliches Wohlbefinden – man nennt das Psychosomatik. Gesunder Geist, gesunder Körper. Dies durfte ich kürzlich an mir selber feststellen.

So bin ich nämlich auf einen Blogbeitrag von zenhabits gestossen, in dem es um Ballast ging. Nicht Ballast im Sinne der gesunden Ballaststoffe, über die ich sonst schreibe, sondern Zeugs, Dinge und Gerümpel. Kram halt, von dem man glaubt ihn irgendwann vielleicht doch noch gebrauchen zu können.

Unsere Mansarde war ein Paradebeispiel dafür, wo sich in nur eineinhalb Jahren vieles angestaut hat. Doch dann haben wir uns von dem Blogbeitrag inspirieren lassen. Es war ein grossartiges Gefühl! Die Reinheit des Raumes hat sich direkt und sogleich auf mein Wohlbefinden ausgewirkt. Ich habe das Entrümpeln in den folgenden Tagen auch auf meinen Email-Posteingang ausgedehnt. Und mein Desktop auf dem Laptop enthält heute noch ganze drei Ordner. Die Folge: Weniger Stress, mehr Spass und Lust am Arbeiten.

Im erwähnten Blogbeitrag „Declutter Your Life“ gibts wertvolle Tipps, um Ballast abzuwerfen. Hier eine Auswahl:

  • Auch zehn Minuten sind ein guter Anfang, nimm dir also nicht zu viel vor. Fange zum Beispiel mit einer Schublade, einem Regal oder einer Ablage an.
  • Lege alles auf einen Stapel und arbeite dich konsequent von oben nach unten durch. Nichts mehr zurücklegen.
  • Und dann natürlich die Frage: Brauche ich das Ding wirklich noch? Wenn ich es im letzten Jahr nicht gebraucht habe, dann weg damit! Im Zweifelsfalle in eine Schachtel legen, Datum aufschreiben und beim nächsten Ballast-Abwerfen nochmals evaluieren.
  • Manchmal können auch andere die Entscheidung für dich treffen – Familie, Freunde oder der Partner.
  • Nimm dir Zeit, das entrümpelte Gebiet auch wirklich zu geniessen.
  • Bleib am Ball: Es ist nicht mit einmal Entrümpeln getan. Vielleicht ist es sinnvoller, sich jede Woche eine Ecke vorzunehmen.
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Gute Freunde sind gesund

Ja, es ist wieder Zeit für die guten Vorsätze – manch einer wird sich um die Gesundheit drehen. Wer weiss, vielleicht wurde sogar der eine oder andere durch einen meiner Beiträge inspiriert? Es ist zu hoffen. Man solle sich jedoch nicht nur darauf beschränken, das Rauchen aufzuhören, mehr Sport zu treiben oder mehr Gemüse zu essen, sagt uns die Forschung.

Denn auch soziale Beziehungen (Freunde, Familie, Umfeld) haben einen Einfluss auf die Gesundheit, wie zahlreiche Studien zeigen (oder auch hier). Unter anderem mindern sie Stress und damit die Risiken für Herzkreislauf-Krankheiten. Auch scheinen Senioren mit intaktem Umfeld weniger von Demenz betroffen zu sein.

Der Zusammenhang ist auch umgekehrt stark – Menschen mit wenig sozialen Kontakten sind einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Es ist sogar gefährlicher als etwa Fettleibigkeit oder fehlende Bewegung!

Wer nun denkt, Leute mit 500+ Facebook-Freunden strotzten vor Gesundheit, irrt. Denn der Mensch ist nur zu einer begrenzten Anzahl guter Freunde fähig, wie die Dunbar-Zahl belegt.

Auf der diesjährigen Liste der guten Vorsätze sollte also auch der qualitativ hochwertige Kontakt mit positiven Menschen stehen (Nörgler zählen nicht!). Das ist doch ein leicht umsetzbarer Vorsatz.

Apropos Freunde: Extraportion Natur ist auch auf Facebook und Twitter. Besuchen Sie uns dort und diskutieren Sie mit!

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Wie man richtig Ferien macht

Es scheint als hätte ich dieses Jahr mit meinen Kurzurlauben ohne Laptop unbewusst richtig Ferien gemacht: Forscher von der Medizinischen Universität Wien haben die wichtigsten Kriterien aufgestellt, damit die Ferien auch die ersehnte Entspannung bringen.

Das wichtigste sei – wenig überraschend – das Ausschalten von Mobiltelefon und Laptop. Weiter sei es wichtig, freie Zeit für sich selbst zu finden und die Kontrolle über die Zeit zu haben. Das mentale Abschalten sei der entscheidende Punkt für erfolgreiche Ferien.

Überraschend ist hingegen der Befund, dass länger nicht unbedingt besser ist. Denn gemäss den Medizinern stellt sich der optimale Erholungseffekt bereits nach sieben bis zehn Tagen ein. Man solle lieber mehrmals kürzere Ferien machen als einmal lange.

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Gesundheit: Selbsteinschätzung vs. Realität

Es ist Ferienzeit – und sicherlich bin ich nicht der Einzige, der sich fragt, ob man nun die Gelegenheit nutzen sollte, um aktiv und gesund zu leben oder aber sich eine Auszeit mit dem einen oder anderen Ausrutscher zu gönnen. Keine einfache Entscheidung wo wir doch grade durch die Bretagne und Normandie ziehen und den Rest der Woche in Paris verbringen. Viele Köstlichkeiten kreuzen da unseren Weg…

Dies brachte mich zur Frage „Wie lebt man gesund?“ und nach ein bisschen Recherche habe ich diese fünf Tipps in einer Analyse der Sporthochschule Köln gefunden. Zugegeben, nichts Neues, aber steter Tropfen höhlt den Stein:

  • Mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche.
  • Eine vollwertige Ernährung mit Gemüse, Obst, Fisch, wenig Fleisch, wenig Süssigkeiten und Knabbereien, regelmäßige
    Mahlzeiten und ausreichend Zeit beim Essen.
  • Nicht rauchen
  • Moderater Alkoholkonsum (gelegentlich max. 300ml Bier oder 200ml Wein)
  • Stress vermeiden, respektive mit geeigneten Strategien ausgleichen (z. B. Sport treiben, sich bewegen, Entspannung, Geselligkeit, Musik oder Bücher)

Die Analyse ging übrigens der Frage nach, wie die Realität bezüglich dieser Tipps aussieht. Nicht gut. Nur grade 11 Prozent (der Deutschen) folgt diesem Lebensstil. Dies schlägt sich denn auch in einem alarmierenden Gesundheitsbild der Bevölkerung nieder, wie eine weitere Untersuchung („Studie zur Gesundheit Erwachsener“ (DEGS1) vom Robert-Koch-Institut) zeigt: Jeder zweite Erwachsene hat hohen Blutdruck, mehr als die Hälfte weist zu hohe Cholesterinwerte auf und die Zahl der Diabetes-Patienten steigt kontinuierlich. Während sich der Anteil der Übergewichtigen stabilisiert hat (53 Prozent der Frauen und 67,1 Prozent der Männer), hat die Fettleibigkeit stark zugenommen (23 Prozent der Bevölkerung).

Besonders interessant an dieser Studie ist jedoch die Selbsteinschätzung der Befragten. So schätzen 75% der Deutschen ihre Gesundheit nämlich als gut ein. Der Grund für diese Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und medizinischer Realität liegt laut den Forschern darin, dass viele Leute Gesundheit lediglich mit der Abwesenheit von Beschwerden gleichsetzen…

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Vitamin D-Ergänzung empfohlen

Bild Sonne Bern

Bereits Anfang März tauchten erste Berichte über die fehlende Sonne in den Medien auf (auch an dieser Stelle). Nun ist es offiziell: Nie seit Start der Messreihe 1959 haben wir derart dunkle Monate erleben müssen. Die Sonne schien nur 362 Stunden in diesen fünf Monaten!

Das Wetter schlägt vielen aufs Gemüt, keine Frage. Es hinterlässt jedoch noch weitere Spuren, insbesondere bei Kindern unter zwei Jahren. Als Vater eines knapp Zweijährigen bin ich bei diesem Artikel aus dem 20Minuten natürlich gleich hellhörig geworden: Schlechtes Wetter kann Kinder gefährden. Der Vitamin D-Mangel, von dem mehr als die Hälfte unserer Kleinkinder zurzeit betroffen sind, kann zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit und einer schwächeren Knochendichte führen. Experten empfehlen die Ergänzung mit entsprechenden Präparaten.

Glücklicherweise konnte ich heute Mittag gut 10 Minuten Vitamin D tanken, den Blutdruck senken und ganz allgemein die Laune heben. Und weil das Wetter wieder trüber wird, habe ich den Moment gleich auf Bild festgehalten (s. oben).

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Fernsehwerbung gegen Kinder

Kleinkind sitzt vor dem Fernseher und schaut einen Film

Einmal pro Jahr vergibt die deutsche Verbraucherorganisation Foodwatch einen Preis, den wohl kein Unternehmen erhalten will, nämlich den Goldenen Windbeutel. Damit „prämiert“ Foodwatch die krassesten Unterschiede zwischen Werbeversprechen und tatsächlichen Nährwerten von Lebensmitteln. Gewinner im 2013 ist der Kinderdrink „Capri Sonne“, „Capri-Sonne und Co. sind Dickmacher ersten Ranges, das ist wissenschaftlich erwiesen“ so die Organisation.

Das Getränk enthält pro Deziliter ganze drei Stück Würfelzucker und kommt doch irgendwie als Fruchtsaft-ähnliches Produkt daher. Nun könnte man sagen, dass halt selber schuld ist, wer sowas regelmässig konsumiert. Doch die Werbung von Capri-Sonne ist speziell auf Kinder ausgerichtet. Warum ist das relevant?

Kinder können erst ab dem 8. Lebensjahr zwischen Werbung und Wirklichkeit unterscheiden. Eine Studie des Bundesamts für Gesundheit zum Thema Kinderwerbung am Fernsehen aus dem Jahr 2005, worauf mich die NZZ vom 17.5. aufmerksam gemacht hat, zeigte: Ein Schweizer Kind sieht bei einem Fernsehkonsum von einer Stunde täglich pro Jahr 2100 Lebensmittel-Werbespots. 78 Prozent der beworbenen Lebensmittel entsprechen nicht den Ernährungsrichtlinien. Im Artikel der NZZ wird die Studienleiterin zitiert: „Noch bevor sie wissen, dass es sich bei den Kürzestfilmen um Werbungen handelt, haben sie Chip, den Nestlé-Frühstücksflocken-Wolf, und die fliegenden Red-Bull-Männchen in ihre Phantasiewelt eingebaut, genauso wie andere Helden aus Kindersendungen.“

Wie es im Jahr 2012 aussah, hat eine Studie der Universität Lugano (PDF) ermittelt: „Ein Kind, welches dem beworbenen Speiseplan folgt, wird demnach grosse Mengen Fast-Food, gefolgt von Süssigkeiten sowie ein bisschen Käse zu sich nehmen. Diese Ernährung steht im Widerspruch zu den Empfehlungen der Schweizerischen Ernährungsgesellschaft, welche vor allem den Verzehr von Früchten und Gemüsen sowie Getreide (nach Möglichkeit Vollkorn) empfiehlt.“

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