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Schlafen kann ich, wenn ich tot bin

Es gehört zum guten Ton, damit anzugeben, wie wenig Schlaf man braucht. Burberry-Chefin Angela Ahrendts um Beispiel bekomme Kopfschmerzen, wenn sie länger als sechs Stunden schlafe. Credit Suisse-CEO Brady Dougan kommt mit viereinhalb Stunden aus und Henry Ford bezeichnete den Schlaf gar als überflüssig. In unserer Leistungsgesellschaft gilt Schlaf als Schwäche.

Doch diese „Schlafen kann ich, wenn ich tot bin“ Mentalität ist vielleicht schon bald out, denn sie passt nicht mehr in den Lifestyle immer mehr Menschen, die gesundheitsbewusst leben möchten. Schlaf ist gesund, sogar eine der fünf Säulen der Gesundheit, das wissen wir. Wieso das so ist, muss aber erst noch abschliessend geklärt werden.

Die Uni Rochester (New York) konnte diesen Monat eine der möglichen Thesen erstmals experimentell bestätigen: Schlaf reinigt das Gehirn. Das glymphatische System, welches die Gehirnflüssigkeit durch das Gewebe pumpt, sorgt für den Abtransport der Stoffwechsel-Abfallstoffe. Im Schlaf ist dieses System zehnmal so aktiv wie im Wachzustand. Aufgrund der neuen Erkenntnisse gehen Forscher davon aus, dass Schlafmangel mitverantwortlich für die Entstehung von Alzheimer ist.

Dass sich beim Stellenwert von Schlaf etwas tut, haben auch einige Firmen erkannt und bieten beispielsweise Schlafräume an, wie der NZZ-Artikel vom 14.10. zeigt. Und schliesslich ist das Thema auch auf dem Radar des GDI: Das Gottlieb Duttweiler Institut arbeitet zurzeit an einer grossen Studie über den Schlaf. Sie untersuchen dazu unter anderem die Twitter-Daten von Prominenten. Bereits jetzt ist eine interessante Kurzzusammenfassung als Download erhältlich.

Genug Gründe also, den Schlaf nicht mehr als Schwäche anzusehen, sondern zu einem neuen Statussymbol zu erheben. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir jedoch, dass ich zuallererst an mir arbeiten muss, denn in sechs Stunden klingelt auch bei mir schon wieder der Wecker…

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Trend zu bewusstem Essen

Das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) ist eine renommierte non-profit Denkfabrik, die sich die Erforschung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Trends zum Ziel gesetzt hat. In ihrer Arbeit schaffen sie es auch regelmässig, spannende und inspirierende Referent/innen in die Schweiz zu holen. Diese Woche nun hat das GDI den neustenEuropean Food Trends Report veröffentlicht.

Die zentrale These darin ist, dass sich der Konsument mehr und mehr vom Hersteller emanzipiert. Aufgerüttelt von diversen Lebensmittelskandalen und immer bewusster in der Lebensführung, wollen scheinbar mehr und mehr Menschen genau wissen, was auf dem Teller liegt. „Sie haben sich neue Food Skills angeeignet und sind heute kompetenter denn je“, so das Institut in einer kurzen Zusammenfassung des Berichts.

Dies äussert sich beim Essen zu Hause, am Arbeitsplatz sowie unterwegs: Frische, Bio, Saisonalität und auch Regionalität sind Trumpf. Interessant ist jedoch, dass viele nicht die eigene Gesundheit als primäre Motivation sehen, sondern die Möglichkeit eines Statussymbols: “ Wer über sein Essen Bescheid weiss, gewinnt an Status. Beim Essen mit Freunden dominieren Herkunft und Zubereitung der Speisen oft das Gespräch.“

Wie dem auch sei, der Trend hat spürbare, positive Auswirkungen auf das Angebot in den Geschäften – wovon ich gerne profitiere. Es bleibt zu hoffen, der Trend setzt sich durch und das Bewusstsein findet Eingang in den Alltag einer grösseren Bevölkerungsschicht – nicht nur als Statussymbol.

Weitere Untersuchungen des GDI zum Thema hier.

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