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Nahrungsergänzungen: Mehr ist nicht einfach besser

Wir leben in Zeiten des Überfluss, alles ist überall und sofort verfügbar. Dies beeinflusst auch unsere Erwartungshaltung: Mehr ist besser. Auch bei Nahrungsergänzungen suchen Konsumenten oft nach dem grössten Inhalt, am besten gleich zum kleinsten Preis.

Es ist allerdings möglich, dass der Nutzen von manchen Supplementen mit höherer Dosis abnimmt! Beim Eisen scheint es genau so zu sein. Eine Studie der ETH Zürich hat festgestellt, dass die Bioverfügbarkeit, also die Aufnahme von Eisen in unserem Körper, mit zunehmender Dosierung prozentual abnimmt. Dieser Effekt kann sogar noch am folgenden Tag auftreten, wenn mehr als 40mg eingenommen werden. Diese Menge scheint eine Obergrenze für eine möglichst effektive Aufnahme zu sein.

Der Hintergrund dieses Phänomens? Der Körper schützt sich gegen eine mögliche Vergiftung, indem er die Aufnahme von zu viel Eisen blockiert. Hohe Dosierungen nützen also nicht mehr, im Gegenteil. Kommt hinzu, dass die unverdauten Bestandteile des Präparats im Darm verbleiben und Unverträglichkeiten hervorrufen können.

Die Ergebnisse der Studie müssen noch durch weitere Untersuchungen gefestigt werden. Doch die Tendenz ist klar: Weniger ist mehr, mindestens in diesem Fall.

Manche Anbieter von Nahrungsergänzungen wie der Weltmarktführer Nutrilite verfolgen schon lange den Ansatz niedriger Dosierungen. Zusammen mit einer pflanzlichen Basis werden sowohl Verträglichkeit wie auch Bioverfügbarkeit verbessert.

 

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Über die Kritik an Nahrungsergänzungen

Alle paar Monate geschieht es wieder. Die Medien stürzen sich jeweils drauf. Der Konsument wird verunsichert. Die Branche muss aufklären. Die Rede ist von der Kritik an Nahrungsergänzungen. Sobald eine Studie ein Gefahrenpotential erkannt haben will (während hunderte andere Studien und Metaanalysen den Nutzen betonen), dann stürzen sich die Medien drauf. Ist ja klar, die Geschichte hat natürlich Nachrichtenwert.

Achtung Gefahrenstelle

Sicherlich gibt es unseriöse Anbieter, die das Blaue vom Himmel versprechen und Konsumenten, die sich Wunder von der Einnahme versprechen. Diese Leute verwechseln Prävention mit Heilung. Man darf also den Überblick nicht verlieren und muss so einige Kritik relativieren. Hier die zwei gängigsten Kritikpunkte:

  • Es droht die Gefahr der Überdosierung oder Nebenwirkungen. Hier möchte ich mit Paracelsus (1493-1541) antworten: „Allein die Menge macht das Gift.“ Zu viel Wasser kann auch tödlich sein. In entsprechend hoher Dosierung können Mikronährstoffe auch pharmakologische Effekte entwickeln, denn sie sind ja biologisch aktive Substanzen. Wenn Studien über Risiken berichten, dann handelt es sich immer um Dosierungen, die ein Vielfaches über den empfohlenen Tagesmengen betragen!
    Nicht zu vergessen: Präparate im offiziellen Fachhandel sowie von seriösen Direktvertriebsfirmen sind alle von den Schweizer Behörden zugelassen oder fallen unter das sehr strenge Lebensmittelgesetz. Bis ein Präparat verkauft werden darf, müssen unzählige Nachweise für seine Sicherheit und Risikoabklärungen gemacht werden.
  • Und mein Lieblingsargument: Nahrungsergänzung braucht es nicht, denn durch eine „ausgewogene Ernährung“ können alle wichtigen Mikronährstoffe zugeführt werden. Das ist theoretisch richtig. Doch diese Aussage geht von zwei sehr wichtigen Annahmen aus:
  1. Man ernährt sich auch wirklich ausgewogen. Das heisst man folgt der Lebensmittelpyramide und konsumiert u.a. täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse (=mind.600g). Frisch, variiert und schonend zubereitet muss es auch sein. Wenn Sie das also täglich schaffen (ich gratuliere!), dann muss auch noch Voraussetzung Nr. 2 stimmen:
  2. Man ist frei von Risikofaktoren, welche den Bedarf an Mikronährstoffen erhöhen. Was bedeutet das? Ganz einfach: Sie rauchen nicht, trinken nicht, betreiben etwas Sport aber nicht zu viel, Sie sind nicht schwanger, stillen nicht, nehmen die Pille nicht, sind weder Jugendlicher noch Senior, nehmen keine Medikamente, leiden nicht unter Stress, sonnen sich nicht zu häufig, sind keiner Umweltverschmutzung ausgesetzt, sind kein strenger Vegetarier und haben auch sonst keine bestehenden Erkrankungen. Wenn Sie das alles erfüllen, gratuliere ich Ihnen!

Sie sollten auf jeden Fall jeden Tag bestrebt sein, sich ausgewogen zu ernähren und die obigen Risikofaktoren zu vermeiden. Da dies jedoch nur sehr wenige Menschen schaffen, bin ich vom Nutzen von Nahrungsergänzungen absolut überzeugt! Aber sie sind eben das, eine ERGÄNZUNG und kein Ersatz eines gesunden Lebensstils.

Zudem sollten Sie unbedingt darauf achten, ein Präparat mit natürlichen Inhaltsstoffen zu verwenden. Das ist ein weiteres Problem der Berichterstattung in den Medien: Nie wird erwähnt, dass es auch natürliche und moderat dosierte Präparate gibt! Das ist schlicht schlechter Journalismus.

Ach übrigens: Die Harvard Universität empfiehlt ein Multipräparat täglich. Und sie äussert sich hier über die häufigen methodologischen Ungenauigkeiten, welche zu unterscheidlichen Studienergebnissen führen.

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